1846-1946 Puttkamer und der Invalidenfriedhof zu Berlin

Am 15. November 1748 stiftete Friedrich der Große das Invalidenhaus. Es sollte als Genesungs und Wohnstätte für dienstunfähige Soldaten und ihre Familien dienen. Bis 1918 war es Teil der preußischen Armee mit einem Gouverneur im Generalsrang an der Spitze. Während des 2.Weltkrieges sind die Gebäude ein Opfer der Kämpfe in Berlin geworden. Der zerstörte Mittelteil wurde in den 90er Jahren als Erweiterungsbau für das BMWi in Form des ursprünglichen Haupttraktes errichtet. Er verbindet heute die denkmalgeschützten Reste, also die ehemaligen Seitenflügel des Hauses.

Zum Invalidenhaus gehörte der Invalidenfriedhof. Er ist ein besonderer Ort der Erinnerung preußisch-deutscher Geschichte. Fast alle Kommandanten und Gouverneure der Einrichtung, hunderte von Generalen / Admiralen, eine Reihe von Kriegsministern sowie berühmte Offiziere und Zivilisten sind hier beigesetzt: Heeresreformer und Kämpfer der Freiheitskriege, Scharnhorst, Boyen, Friesen oder die Chefs des preußischen Generalstabes in der wilhelminischen Zeit Schlieffen und Moltke. Auch die Fliegerasse Richthofen und Mölders wurden hier begraben, aber auch Udet (Des Teufels General) oder SS-Führer und Gestapochef Heydrich.

Nach dem 2.Weltkrieg wurde die Anlage zunächst beschlagnahmt und 1951 geschlossen. Den schwersten Eingriff in die Struktur brachte der Mauerbau 1961, da der Todesstreifen direkt über den Friedhof lief und der größte Teil der Gräber eingeebnet wurde. Der völligen Zerstörung entging die Anlage nur, weil die DDR Ende der 70er Jahre die o.a. Reformer und ein neues Geschichtsbewußtsein entdeckte.

Seit dem Ende der DDR wird der Friedhof mit erheblichen Mitteln von Angehörigen, Förderverein, Klassenlotterie und der Stadt Berlin wiederhergestellt.

Welche Puttkamerspuren finden sich auf diesem Friedhof?

Von 1846 bis 1946 sind nachweisbar (Totenbuch) zehn Puttkamer dort beigesetzt worden. Der erste war Generalleutnant Jacob Bogislaw - Schluschow; er war von1828 bis 1846 Kommandant des Invalidenhauses; 1843 Ehrenbürger von Potsdam.

Die letzte Puttkamer war Thekla ( Hebrondamnitz- Kl. Gustkow ), die im Schloß Tegel 1946 nach der Flucht starb. Sie ist auf dem Grab von Johannes Lorenzen beigesetzt, ein Hinweis darauf fehlt. Sein Gedenkstein hat wundersamerweise die Zeit der Berliner Mauer überlebt und steht am alten Platz.

Auch ein „Puttkamer- Grabstein" hat die Mauer überlebt. Auch sein Denkmal hat der Förderverein des Invalidenhofs ( www.foerderverein-invalidenfriedhof.de ) wieder aufgestellt. Der Stein erinnert an Hans – Kremerbruch-Zuckers . Hans hatte keine Nachkommen.

Der puttkamersche Familienverband erneuerte 1996 die Schrift und das Eiserne Kreuz. Das Kreuz wurde vor ein paar Jahren gestohlen und die Familie hat es im Sommer 2013 wieder anbringen lassen, in der Hoffnung, daß es nun lange hält.

Die Puttkamers können stolz sein, Spuren der Vergangenheit der Familie auf diesem unverwechselbaren Friedhof zu finden. Der Ort ist eine besondere Sehenswürdigkeit Berlins, ein „Denkmal" - groß, aber auch klein geschrieben...

Hubertus, Hebr. - Kl. Gustkow

Weitere Infos

Laurenz Demps "Zwischen Mars und Minerva", Berlin 1998
Laurenz Demps " Das königliche Invalidenhaus zu Berlin" , Dresden 2010
http://de.wikipedia.org/wiki/Invalidenfriedhof