Haus Granzin-Jeseritz

Haus Granzin- Jeseritz

Granzin, Jeseritz und Deutsch-Bucleoic, alle unmittelbar östlich von Stülp gelegen, kamen 1491 durch Tausch mit den Belows gegen drei im Schlawer Gebiet gelegene Besitze (Kummerzin, Schlönwitz, Dubberzin) an die Puttkamers. Nur in den ersten Generationen blieb der Komplex in einer Hand.

Dann wurden bis Mitte des 18. Jahrhunderts Granzin und Deutsch-Buckow im älteren, Jeseritz und die damals dazu gehörende Feldmark Seddin im jüngeren Stamme weitervererbt.

Granzin wurde 1739 an Deutsch-Karstnitz verkauft und Lehen dieses Hau­ses, was jedoch nicht gehindert hat, daß es schon 1740 wiederkäuflich, 1796 dann endgültig einem bürgerlichen Besitzer überlassen wurde. Der letzte Granziner Vetter war ohnehin 1743 gestorben.

Jeseritz und Deutsch-Buckow blieben jedoch noch durch das ganze 18. Jahr hundert im angestammten Besitz. Durch Heirat mit einer Versiner Tochter befand sich auch Reddies, Kreis Rummelsburg (s. Haus Barnow, Haus Versin), von 1746 bis 1812, wo es wieder von Versin als Lehen eingelöst wurde, bei dem Hause Jeseritz.

So hatte dieses Haus noch Ende des 18. Jahrhunderts einen recht soliden Boden unter den Füßen. Unglücklicherweise zog dann aber die folgende Generation den zivilen und militärischen Staatsdienst dem Dienst an der heimatlichen Scholle vor. 1801 wurden die Stammgüter Jeseritz und Deutsch-Buckow verkauft, allerdings wegen des Lehnscharakters zu nächst nur "wiederkäuflich auf 90 Jahre", aber nach der Allodifizierung schon 1852 endgültig.

Auch ein bei KönigsbergiPreußen gelegenes Gut Lichtenveid, das der an der Preußischen Kammer tätige Vetter 1782 erworben hatte, wurde schon etwa 1815 verkauft.

So hat das "Haus Granzin-Jeseritz" als erstes unserer Familie (das "Haus Schluschow" - s. dieses - ist nicht recht vergleichbar) bereits im frühen 19. Jahrhundert allen Grund und Boden aufgegeben. Es hat niemals mehr welchen besessen. Zwar mag es, wenigstens zum Teil, zutreffen, daß - wie die Familiengeschichte unter Nr. 114 angibt - wirtschaftliche Not Anlaß der Verkäufe war. Es dürfte aber doch bestimmend mitgesprochen haben, daß in der Zeit des aufgeklärten Absolutismus die Karriere im Staatsdienst gerade geistig interessierten Junkern reizvoller erschien als die in noch fast mittelalterlichen Formen steckende landwirtschaftliche Betätigung.

Es muß bemerkt werden, daß außer Reddies, dessen Wiedereinlösung durch Versin bereits erwähnt wurde, auch jeseritz und Deutsch-Buckow noch ein mal in die Familie zurückkehrten, wenn auch an andere Häuser, Jeseritz sogar bis 1945 (s. Haus Grumbkow; Haus Wollin).

Die Größe des Besitzkomplexes Granzin- Jeseritz-Deutsch-Buckow für das 18. Jahr hundert anzugeben, ist schwierig, weil die Größe von vor und nach der "Bauern befreiung" nicht verglichen werden kann. Um rd. 2000 ha Grundeigentum dürfte es sich gehandelt haben.

Das Haus Granzin- J eseritz hat zur Zeit zehn mannliebe Vertreter, dazu einen männlichen Vertreter, der durch seine Mutter den Namen Puttkamer trägt.